Lesefrühling mit Poetry Slam

Die Fürther Slammerin Lara Ermer performt ihre Poetry-Texte!

Unter enthusiastischem Applaus betritt Lara Ermer die Bühne: Was hat es mit dem Veranstaltungs­format Poetry Slam auf sich? Nachdem diese erste Frage geklärt ist, bricht sich ein Strom von Rede­gewandtheit, Wortspiel und Hintersinn mit einer Schnelligkeit Bahn, der manchem Zuhörer Augen und Mund offen stehen lässt.

Später werden die SchülerInnen der 10. und 11. Jahrgangsstufe noch erfahren, wie man sich mit selbstverfasster Lyrik ein Psychologiestudium finanzieren kann, aber nicht sollte… „[S]tets unterwegs – aber angekommen“- ein Leben als „Piratenprinzessin“, die trotz gut gemeinter Ratschläge auf sich gestellt durch die raue See der Slams steuert und auf „schwankenden Bühnenbrettplanken“, wenn das „Blitzlicht die Gischt bricht“ ihren Standpunkt einnimmt. Dabei bewahrt sie aus „Seemannsgarn“ gesponnene Kleider auf und erinnert daran, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. „Insomnie“ wird zu ihrem Paradestück, das seine eigene Rhythmik entfaltet und das Publikum dazu verleitet, sich mitzuwiegen. Lara Ermer trägt weitere Texte zu Gott, Luther – oder anderen Personen, die es ins Ge­schichtsbuch geschafft haben, vor. Sie wirft die Frage auf, ob die hinterlassenen Spuren dieser Men­schen heute noch richtig verstanden werden. Daneben ist die Bühne auch freigegeben für eigene Texte der Schüler – wenige wagen sich auf die Bühne der Aula. Bisweilen werden sie vom Publikum gefeiert für ihre Gedanken zur Welt – zu einem Beitrag jedoch positionieren sich die Anwesenden mündig in einer spontan angestoßenen Diskussionsrunde.

Lara Ermer selbst tritt zwischen den vorgetragenen Texten immer wieder in Interaktion mit dem Publikum und ermuntert dazu, die eigene Schreibbiographie zu reflektieren sowie sie auf jeden Fall für sich (oder auch einmal für die Öffentlichkeit) weiter zu pflegen. Beim Versuch Disneys Märchenfi­guren und weitere Helden der Kindheit zu demontieren, bedient sie sich auch deftiger Sprache. Doch scheint dies Lara Ermer nicht gelingen zu wollen, denn sie wird sich in das spontan gereichte Frozen-Freundebuch eines Zehntklässers(!) eintragen dürfen.

Unter den verschiedenartigen Texten, die das Genre zu bieten hat, befindet sich auch eine kürzlich fertiggestellte Auftragsarbeit auf Fürth – Lara Ermers nicht nur geliebte Wahlheimat. Dieser distan­zierte Blick auf die eigene Stadt spricht etliche Schüler an, wenngleich sie ihm oft nicht beipflichten wollen. Besonders beeindruckt zeigen sich die Schüler von den stilistisch geschliffenen Passagen so­wie der stimmlich modulierten und durch Mimik wie Gestik unterstrichenen Art des Vortrages.

Zum Schluss ergeht ein herzlicher Dank an Florian, Alina, Niclas und Kevin aus der LiTo-Gruppe sowie an die begleitenden Lehrkräfte!